Blackwood


Briefe an mich
von Britta Sabbag
Rezension von Sarah Mayrhofer | 01. April 2019

Blackwood

Würde man seine eigene Zukunft wissen wollen, wenn es möglich wäre? Ein magischer Schreibtisch gibt Gesine Novak die Chance mit ihrem Ich aus der Zukunft zu kommunizieren. Sie hat auch allerhand worüber sie reden möchte, zum Beispiel den Tod ihrer Mutter oder über den gutaussehenden Arian Mary, der ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Aber ist denn so etwas überhaupt möglich? Oder erlaubt sich hier jemand einen Spaß mit ihr?

Nach dem Tod ihrer Mutter zieht die fünfzehn Jährige Gesine Novak von Wien zu ihrer Tante Wanda nach Blackwood, einem kleinen Dorf an der Küste Irlands. Sie kennt Wanda nur aus Erzählungen ihrer Mutter und auch das Dorfleben ist eine gewaltige Umstellung. Als sie in einer Nacht und Nebel Aktion beschließt nach Wien zurück zu reisen, trifft sie auf Adrian Mary, dessen Bodyguard Gesine aus einem Graben rettet und zurück zu ihrer Tante bringt. Sie fühlt sich allein und weiß nicht mit wem sie reden soll, also beschließt Gesine ihre Gefühle aufzuschreiben. Sie schreibt wie sehr sie ihre Mutter vermisst und dass sie sich einfach nicht wohl fühlt in diesem fremden Ort, umgeben von Menschen die sich nicht kennt. Sie versteckt diesen Brief in der Schublade des alten, schweren Holzschreibtisches. An ihrem ersten Schultag trifft sie einen Jungen namens Sam, mit dem sie sich anfreundet. Er erzählt ihr, dass Gesine fast schon berühmt ist, da im Lokalradio, der eigentlichen Hauptinformationsquelle von Blackwood, von ihrer Ankunft erzählt worden ist. Sie sieht auch Arian wieder und erfährt, dass er aus der reichsten Familie im Dorf kommt, da ihnen ein internationales Butterimperium gehört. Arian hat außerdem eine Freundin, Lilian, die ebenfalls aus einer sehr wohlhabenden Familie kommt und das beliebteste Mädchen der Schule ist. Als sie nach Hause kommt beschließt Gesine den Brief zu zerstören und ist überrascht, als sie ein anderes Stück Papier in der Schublade findet, dass an sie adressiert ist. Es handelt sich hierbei um eine Nachricht von Gesine aus der Zukunft. Und mit einem Schlag ändert sich alles.

Gesine wird uns anfangs als eine starke Persönlichkeit vorgestellt, die nicht an Jungs interessiert ist, sondern sich auf die Schule konzentriert. Sie wohnt mit ihrer Mutter allein in Wien und hat weder einen Vater noch wirkliche Freundschaften. Der Tod ihrer Mutter ist ohne Frage das Schlimmste, das in ihrem jungen Leben passiert ist. Und der Umzug in ein fremdes Umfeld, zu fremden Leuten und Gebräuchen verstärkt ihre negativen Emotionen noch mehr. Eine Geschichte darüber, wie sie mit dem Verlust ihrer Mutter umgeht, wäre interessant gewesen und hätte vielleicht auch Kindern und Jugendlichen, die selbst jemanden verloren haben, helfen können, damit umzugehen. Leider rückt dieses Element in den Hintergrund sobald Gesine Arian trifft, und ab da ist das Augenmerk des Buches hauptsächlich die Beziehung zwischen den beiden Jugendlichen gerichtet. Hin und wieder kommt die Mutter noch in Gedanken vor, aber Gesines Trauer und die Bewältigung dieses Ereignisses ist nicht mehr die Haupthandlung der Geschichte. Auch die Beziehung zur Tante, die die Schwester der Mutter ist und somit auch einen wichtigen Menschen verloren hat, wird nicht vertieft und wird auch für die Handlung nicht als wesentlich angesehen. Im Großen und Ganzen wäre die Geschichte wahrscheinlich genauso verlaufen, wenn die Mutter nicht gestorben wäre, sondern einfach nur zurück in ihre Heimat gezogen wäre oder auch, wenn die beiden im Sommer auf Urlaub nach Irland gekommen wären.

Britta Sabbag ist vor allem durch ihre Kinderbücher bekannt und hat mit „Blackwood“ nun ihren ersten All-Age-Roman geschrieben. Die Grundidee von „Blackwood“ ist eine interessante, aber in der Ausführung kann das Buch leider nicht ganz überzeugen, da es einfach zu sehr Teenager Klischees verfällt. Das Setting in einem kleinen Dorf ist allerdings gut gewählt und wirkt, abgesehen von ein paar Kleinigkeiten, wie zum Beispiel das zwar zwei der reichsten Familien von Irland dort wohnen es aber keinen Handyempfand und nicht wirklich Internet gibt, auch authentisch. Fans von romantischen Teen Geschichten wird das Buch dennoch gefallen.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gefühl:

Könnte Ihnen auch gefallen: