Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

von Rainbow Rowell
Rezension von Daniela Steinbach | 04. August 2017

Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

Der Roman von Rainbow Rowell kann als Vorlage oder Erweiterung von „Fangirl“, aber auch als eigenständiges Werk betrachtet werden. Dabei tauchen die Leser und Leserinnen in eine magische Welt ein, die zu Beginn – das muss leider gesagt werden – ein wenig an Harry Potter erinnert, aber ein älteres Publikum anspricht.

Simon Snow ist ein untalentierter Magier, dessen größter Feind Baz ausgerechnet auch sein dauerhafter Zimmergenosse im Zauberinternat ist. Simons beste Freundin Penelope wird eifersüchtig von Agatha, Simons fester Freundin, betrachtet, bis diese selbst im Wald mit Baz turtelt. Trotz dieser Entdeckung schafft es Simon einfach nicht, Baz die Hilfe bei der Suche nach dem Mörder seiner Mutter zu untersagen, denn es geht um mehr. Die dunklen Mächte sollen besiegt werden, koste es, was es wolle. Der Magier, welcher das Internat leitet und zu Simon einen mehr als freundschaftlichen Draht hat, wird dabei auch angeschwärzt. Obwohl Simon sich fast sicher ist, dass der Magier nichts mit dem bösen Schatten am Hut hat, durchsucht er dessen Zimmer und findet Hinweise, die nicht für ihn bestimmt gewesen wären.

Der Einstieg in das Buch ist rasant, detailliert und die wichtigsten Infos über Simon werden anhand einer Checkliste dargestellt. Zuerst erinnert das alles ein wenig an Harry Potter, doch nach und nach entwickeln die Charaktere im Buch ihr Eigenleben und Böse bleibt nicht gleich Böse. Dass sich auch im fiktionalen Roman zwei jugendliche Burschen näherkommen, ist gar nicht mal so realitätsfern und deutet eine Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität an. Gleichzeitig nimmt die Autorin aber die Ernsthaftigkeit heraus, indem sie die Figuren in einer magischen und damit irrealen Welt spielen und handeln lässt. Dennoch dreht sich diese inszenierte Welt nur um ein Thema, welches auch nach der Beendigung der Lektüre hängen bleibt: Die Beziehung zwischen Simon und Baz. Der Vorgängerroman von Rainbow Rowell, „Fangirl“, dreht sich eben um genau diese beiden Personen und trotzdem können die beiden Geschichten unabhängig voneinander gelesen werden. Ob man das möchte, sei dahingestellt, denn verschlingt man erstmal „Fangirl“, kommt man nicht umhin, die Story von Simon Snow zu lesen. Eifersucht, Zusammenhalt, Rache, Furcht, Liebe, Verliebtheit und auch Mobbing sowie das sehr beliebte Thema „Anderssein“ werden im Buch näher behandelt und dürfte somit auch eine breite Leserschaft ansprechen. Die Sprache ist einfach und die Geschichte flott erzählt, sodass man mit der Lektüre schnell durch ist. Am Ende bleibt dann noch die Frage: „Das war’s jetzt?“ und liebäugelt damit mit einer Fortsetzung, die in Form einer anderen Sichtweise ja schon existiert.

Das Buch ist ein fiktionales Werk, welches in der magischen Welt spielt, aber dennoch Parallelen zur heutigen Jugend aufzeigt. Rainbow Rowell gelingt mit „Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow“ nicht nur ein Roman, der für den unmerkbarsten Titel 2017 nominiert werden könnte, sondern auch ein Werk, das durchwegs unterhaltsam und mitunter auch spannend ist. Nervenkitzel gibt es aber vor allem bei den emotionalen Szenen.

Details

  • Autor/-in:
  • Originaltitel:
    Carry on
  • Verlag:
  • Erschienen:
    08/2017
  • Umfang:
    528 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Altersempfehlung:
    12 Jahre
  • ISBN 13:
    9783423640329
  • Preis:
    19,95 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Gewalt:
  • Gefühl:

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