Dragons - Die Reiter von Berk

Dragons - Die Gefahren der Tiefe

von Simon Furman, Iwan Nazif (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 11. Dezember 2016

Dragons - Die Gefahren der Tiefe

Betrachtet man die Welt nur aus einer Perspektive, entgeht einem mitunter einiges. Das ist nicht nur als Metapher zu verstehen, sondern ist tatsächlich praktisch anzuwenden. Denn aus der Luft entgeht einem mitunter sogar schon einiges, was auf der Erde passiert. Doch um wie viel mehr kann einem dann etwas entgehen, was sich unter Wasser befindet? Davon handelt der zweite Teil der Comicreihe „Dragons - Die Reiter von Berk“ mit dem vielsagenden Titel „Die Gefahren der Tiefe“.

Auf einer Felsinsel im Meer zu leben hat einige Nachteile. Einer davon ist, dass man für die Versorgung mit Lebensmitteln auf einige wenige Quellen angewiesen ist. Darunter vor allem das Meer, in dem man Fische fängt. Als jedoch eines Tages keinerlei Fische mehr im Meer rund um Berk zu finden sind, fasst Haudrauf eine mutige Entscheidung. Er will mit den Männern und der Flotte den Fischschwärmen folgen und durch den Nebelschleier fahren – eine unter Wikingern als verwunschen geltende Gegend. Doch Haudrauf lässt sich von Warnungen nicht abbringen und bricht auf – er überlässt die Insel den seiner Meinung nach fähigen Händen seines Sohns Hicks. Dieser ist zwar gewohnt seine Drachenreiter (mehr oder weniger) zu kommandieren, doch die anderen jungen Bewohner im Dorf wollen sich von ihm nichts sagen lassen. So kommt es zu Chaos, beinahe zu Anarchie. Zumindest bis die Reiter herausfinden, dass das Ausbleiben der Fischschwärme kein Zufall ist, sondern Teil eines perfiden Plans...

In einem Comic müssen natürlich andere Inhalte transportiert werden, als in einem Kinofilm oder einer Fernsehserie. Der Fokus liegt mehr auf der Erzählung und weniger auf Effekten und Szenen der Drachen, die bei bewegten Bildern immer wieder eingestreut werden. Zwar spielen natürlich auch im vorliegenden Comic die Drachen rund um Ohnezahn, Sturmpfeil, Hakenzahn, Fleischklops sowie Kotz und Würg eine tragende Rolle, jedoch eher als Träger der Drachenreiter. Etwas wenig zur Geltung kommen auch die zwischenmenschlichen Beziehungen – gerade die Zwillinge und Fischbein interagieren nicht viel, sondern sind eher Teil des Geschehens. Vermutlich konnte man dies aufgrund der Kürze des Werks – nur 64 Seiten – nicht besser realisieren. Die Handlung selbst ist geradlinig, aber spannend. Die Charaktere entsprechen in ihren Aktionen ihren Äquivalenten aus Film und Fernsehen und sind in den richtigen Situationen mutig oder unterhaltsam. Der Zeichenstil ist gut, auch wenn auffällt, dass Iwan Nazif die Menschen besser zeichnet als die Drachen. Lediglich Ohnezahn kommt an die Charaktere heran. Dies soll jedoch kein negativer Punkt für die Comicumsetzung sein.

„Die Gefahren der Tiefe“ ist der zweite Band der Comicreihe zu „Dragons - Die Reiter von Berk“. Obwohl nicht alle Charaktere die Chance bekommen, sich in diesem Werk von Simon Fuhrmann, mit Illustrationen von Iwan Nazif, völlig zu entfalten, vermag es doch zu überzeugen. Spannend, unterhaltsam und an den richtigen Stellen witzig, vermag der Band besonders junge Leser zu gefallen, welche die Fernsehserie bereits kennen.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Illustration:

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