Thalamus

Antolin Quiz
von Ursula Poznanski
Rezension von Emilia Engel | 31. August 2018

Thalamus

Der Markwaldhof ist eine bekannte Rehaklinik für Traumapatienten. Abgeschieden und in einem Wald fern jeder Stadt gelegen, werden hier die schwersten Fälle behandelt. Patienten, die im Wachkoma liegen, jene die nicht mehr gehen können und diverse Körperfunktionen erst wieder lernen müssen. Beachtliche Ergebnisse werden hier erzielt. Was das Geheimnis dahinter ist, weiß niemand. Doch nicht alles was glänzt, ist Gold und mit dem ersten Toten wird schnell klar, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmen kann...

Als sich Timo bei einem Mopedunfall schwer verletzt, ist sein Leben, wie es bisher war, mit einem Schlag vorbei. Schule, Freunde und vermutlich sogar seine Freundin gehören der Vergangenheit an. Am schlimmsten ist aber, dass Timo nicht mehr Herr über seinen Körper ist. Seine motorischen Fähigkeiten müssen komplett wieder erlernt werden. Auch das Sprechen muss Timo erst wieder trainieren, denn was aus seinem Mund kommt sind nur unverständliche Laute. Dass er je wieder der alte sein wird, ist unwahrscheinlich. Die einzige Chance für Timo wieder halbwegs er selbst zu werden, ist der Markwaldhof. Im Markwaldhof sind die Therapeuten und Pfleger überaus freundlich und zuvorkommend. Timo findet auch sofort Anschluss unter den jugendlichen Patienten - Carl, Mona und andere. Doch das Kommunizieren entpuppt sich als schwierig.  Doch als Timo beginnt unerklärliche Dinge zu bemerken - sowohl an sich selbst als auch an anderen - wird das zu einem wirklichen Problem. Denn er kann niemanden von seinen Entdeckungen erzählen. Also beginnt Timo auf eigene Faust nachzuforschen und stößt auf brisante Informationen. Eines ist klar, wenn hier nicht bald etwas geschieht, wird es Tote geben, auch unter seinen neuen Freunden. Doch wie soll man Hilfe holen und jemanden warnen, wenn man nicht sprechen kann?

Ursula Poznanski liefert uns mit “Thalamus” wieder einmal einen packenden Jugendroman. Gekonnt weiß die Autorin wie sie ihre Leser in den Bann zieht. Trotz der Zweifel wie spannend ein Roman sein kann, dessen Protagonist nicht sprechen kann, entpuppt sich dieser Zweifel als ungerechtfertigt. Obwohl es zu Beginn ungewohnt ist, wird man schnell vertraut mit diesem Detail.

Hervorheben muss man wie gut Ursula Poznanski das Bild von den körperlich Beeinträchtigten und Gehbehinderten beschreibt. Es wird nicht besonders ins Detail gegangen - was auch nicht nötig wäre - doch durch Timos neuen Freunden kriegt man einen kurzen und guten Einblick in deren Geschichte und deren Unfälle. Jeder Mensch geht anders mit Tragödien und Traumata um. Das hat die Autorin sehr bewegend und glaubhaft umgesetzt.

Spannend sind vor allem die unerklärlichen Phänomene, die mit den Patienten im Markwaldhof passieren. Zuerst kann man sich keinen Reim machen, woher diese Phänomene kommen und welche Richtung der Roman einschlägt. Doch sobald klar wird, worum es sich handelt, wird das Ganze gleich noch einen Deut interessanter. Man fragt sich natürlich, wieviel davon in der Realität wirklich möglich ist und die Autorin klärt kurz im Nachwort darüber auf. Die Wissenschaft ist jedenfalls noch nicht ganz so weit, aber mit Frau Poznanskis Fantasie wurde daraus ein wirklich fesselndes Buch mit einer überaus spannenden Thematik.

Alles in allem ist “Thalamus” eine wunderbare Mischung aus Mystery und Thriller, mit einem Gefühl von Verschwörung. Obwohl von der Art des Schreibens für die jugendliche Leserschaft gedacht, wird dieses Werk bestimmt auch vielen Erwachsenen gefallen. Es bietet einen schnellen Lesegenuss, der den Leser fast durchgängig in den Bann zieht und die am Ende nochmal um einiges an Spannung zulegt, sodass man das Buch bald schon nicht mehr aus der Hand zu legen möchte.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Genre:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    08/2018
  • Umfang:
    448 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • Altersempfehlung:
    14 Jahre
  • ISBN 13:
    9783785586143
  • Preis:
    16,95 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch: