Drachenkralle

Das Feuer der Macht

von Janika Hoffmann
Rezension von Stefan Cernohuby | 17. November 2019

Das Feuer der Macht

Drachen zählen definitiv zu den beliebtesten Kreaturen der Phantastik. So ist es kein Wunder, dass es nicht nur Märchen und Sagen gibt, in denen diese vorkommen, sondern auch Romane und Romanserien. Dabei sind Drachen manchmal Unterstützer des Protagonisten, manchmal Widersacher oder sogar Antagonisten. Im ersten Band von Janika Hoffmanns Reihe „Drachenkralle“ überwogen deutlich die positiven Darstellungen der Drachen. Man darf gespannt sein, wie es im zweiten Band aussieht.

Das junge Mädchen Alana wird seit geraumer Zeit verfolgt. Zumindest so lange, wie sie ihren Häschern entkommen ist. Womit sie in äußerster Not jedoch nicht rechnet, ist von einem Jungdrachen gerettet zu werden – zumal sie in Drachen menschenfressende Bestien vermutet. Doch es handelt sich um Mary, das jüngste Mitglied der Gemeinschaft rund um Simon, Maya, Katharina und Maro. Auch wenn es zu Beginn einige Berührungsängste gibt, lebt sie sich immer besser ein – vor allem nachdem sie feststellt, dass die Gruppe sie wirklich von ihren Verfolgern beschützen kann und dass die Drachen in Wahrheit sehr mitfühlende Wesen sind. Als sie gemeinsam mit ihrer Drachenfreundin Mary kurz darauf eine Falkin vor einem Adler rettet, hat sie selbst eine Schutzbefohlene, die sich nach einiger Zeit an sie gewöhnt und sie begleitet. Ursprünglich auf dem Weg in ihr Zuhause nach Taran, trennt eine Prophezeiung die Freunde. Denn eine neue Gefahr hat sich erhoben, der sie entgegentreten müssen. Und dabei entdecken sie, dass einiges nicht so ist, wie sie erwarten. Besonders, als sie sich mit dämonischen Wesen auseinandersetzen müssen, offenbaren sich verborgene Wahrheiten und Identitäten.

Die Autorin setzt die Handlung zwar einerseits dort fort, wo sie im Vorgängerband aufgehört hat, führt aber sogleich neue Charaktere ein. Deren Wechselspiel – insbesondere durch Alana, Mary und später Leandra, deren Natur aber hier nicht verraten werden soll – nimmt einen Gutteil der Handlung ein, trägt diese aber auch sehr gut. Dieser Teil der Geschichte ist sehr gut in die Haupthandlung eingebunden, anders als die vorkommenden Weissagungen. Die mehrfach geäußerte Prophezeiung ist nebulös, die Drahtzieher der Gegenspieler bleiben längere Zeit verborgen und bekommen wenig Chance, sich charakterlich in Szene zu setzen – bis auf eine Ausnahme. Action gib es nicht zu knapp, denn mehrfach werden die Gefährten attackiert und sie müssen sich mit zunehmend gefährlichen Gegnern auseinandersetzen. Diese Steigerungen sind fast ein wenig zu viel des Guten, speziell in einer Sektion des Buchs. Abgesehen davon zeigt der Roman jedoch deutliche Steigerungen im Hinblick auf den Handlungsaufbau. Leider treten einige Charaktere, die im Vorgängerband zu den Lieblingen avanciert sind, ein wenig in den Hintergrund. Aber man kann sich ziemlich sicher sein, dass sich das wieder ändern wird. Alle Charaktere bekommen ihre Chance. Wenn nicht im zweiten Band, dann eben später.

„Das Feuer der Macht“ lautet der Titel des zweiten Bands der Reihe „Drachenkralle“ von Janika Hoffmann. In einem Werk, dem man deutlich die bereits größere Erfahrung der Autorin anmerkt, führt sie nicht nur die Handlung des Vorgängerbandes weiter, sie führt auch sehr interessante neue Charaktere ein, mit denen man sich schnell anfreunden wird. Auch actionreiche Passagen warten auf die Leser, wobei hierbei fast ein wenig übertrieben wurde. Insgesamt ist das Werk Lesern, die gerne spannende Geschichten mit Drachen und deren menschlichen Freunden lesen, zu empfehlen.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:

Könnte Ihnen auch gefallen: