Stein für Stein

von Giuliano Ferri
Rezension von Janett Cernohuby | 03. Mai 2019

Stein für Stein

Mauern sind die Außenhüllen unserer Häuser. Sie schützen uns vor Wind und Wetter und bieten uns einen Rückzugsort an.
Mauern können uns aber auch zurückhalten. Sie werden errichtet, um Menschen daran zu hindern, andere Länder zu bereisen, Freunde und Verwandte zu besuchen oder an einen anderen Ort zu gelangen. Während der Teilung Deutschlands diente eine Mauer dazu, um Menschen in ihrem Land einzusperren. Der amerikanische Präsident möchte eine Mauer bauen, um Flüchtlinge auszusperren.
Bei Giuliano Ferri gibt es auch eine Mauer, die „Stein für Stein“ abgetragen und zu etwas Besserem wird.

Brücken statt Mauern bauen

Guiliano Ferri beweist, dass man große Themen nicht mit vielen Worten vermitteln braucht. Dafür reichen manchmal schon einfache, ausdrucksstarke Bilder, die genau das gleiche und sogar mehr sagen. Und so verzichtet er in seinem Pappbilderbuch auf Worte und lässt die Bilder für sich sprechen. Und das tun sie. Sie erzählen die Geschichte der kleinen Maus, die an einer weißen Mauer eine Blume sieht und diese pflückt. Dabei fällt ein wackeliger Ziegel heraus. Erstaunt schaut die Maus auf das Loch, hinter dem blauer Himmel und frisches Grün zu erahnen sind. Stück für Stück, Stein für Stein wird die große, weiße und einengende Mauer abgetragen. Erst nur von der Maus, dann kommen immer weitere Tiere hinzu. Während das geschieht, erahnt man die Freiheit, die Schönheit, das unbekannte Neue, das hinter der Mauer liegt. Als sie dann endlich weg ist, ist der Blick frei. Doch was sehen wir? Wieder kommt eine Hürde zum Vorschein, ein Fluss, der uns vom anderen Ufer trennt - und von anderen Tieren die zu Freunden werden könnten. Also werden kurzerhand die Steine der Mauer verwendet, um eine Brücke zu bauen. Eine Brücke, die uns verbindet und neue Chancen eröffnet.

Stein für Stein

Ohne Worte, doch mit starken Bildern

Die Botschaft, die das Pappbilderbuch vermittelt, ist aktuell und zeitlos zugleich. Auf sehr einfache Weise zeigt der Autor bereits den Kleinsten, dass man sich nicht verschanzen und abgrenzen, sondern offen auf Neues zugehen soll. Denn das bietet uns einmalige Chancen und Gelegenheiten neue Freundschaften zu schließen, die unser Leben bereichern, es bunter und aufregender machen. Wir hatten in der Vergangenheit schon genügend Mauern, genügend Grenzen, die Familien voneinander trennten und letztendlich auch entfremdeten. Diese Zeiten sollten vorbei sein, wir sollten sie überwunden haben. Daran erinnert uns Giuliano Ferri mit seinem Pappbilderbuch und zeigt der jungen Generation wichtige Werte.

Stein für Stein

„Stein für Stein“ ist ein schlichtes Bilderbuch, mit einer großen Botschaft. Ohne Worte und nur durch plakative Bilder vermittelt Autor Giuliano Ferri bereits den Jüngsten eine wichtige Botschaft. Nämlich die, dass wir besser Brücken statt Mauern bauen sollten.

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