Moritz Moppelpo

Moritz Moppelpo braucht keinen Schnuller mehr

von Hermien Stellmacher
Rezension von Janett Cernohuby | 26. September 2017

Moritz Moppelpo braucht keinen Schnuller mehr

Er spendet Trost, ist Beruhigung und Einschlafhilfe - der Schnuller. Bei vielen Babys und Kleinkindern geht ohne ihn gar nichts. Doch irgendwann wird es Zeit, sich von ihm zu trennen. Das ist nicht immer einfach, weder für Eltern noch Kinder. Zahlreiche Tricks und kleine Hilfestellungen sollen hierbei helfen. Die schönste davon ist auf jeden Fall das Vorlesen eines Schnullerbuchs, wie etwa das von Moritz Moppelpo.

Adieu, lieber Schnuller!

Lene holt Moritz zum gemeinsamen Spielen ab. Doch der will nicht ohne seinen Schnuller gehen. Lene findet das seltsam, denn sie braucht schon lange keinen mehr. Endlich auf dem Spielplatz angekommen, fragt Emil ob Moritz mit auf die Wippe kommt. Doch die Antwort versteht er nicht, denn mit Schnuller im Mund kann Moritz nicht so deutlich sprechen. Da zeigen ihm seine Freunde, dass Schnuller etwas für Babys sind, so wie für Juris, Emils, Fips' und Fidos kleine Geschwister. Da beschließt Moritz, dass er es auch ohne Schnuller versuchen möchte.

Eine Geschichte ganz nah am Kinderalltag

Ja, der liebe Schnuller und die schwere Zeit der Abgewöhnung. In manchen Familien klappt es schnell und ohne Probleme, in anderen dauert es etwas länger. Genauso wie bei Moritz Moppelpo. Während alle seine Freunde schon lange ohne Schnuller auskommen, braucht er den kleinen Begleiter immer noch.
Die Handlung ist nach einem simplen Schema aufgebaut. Moritz trifft seine Freunde und sieht beim Spielen, was diese schon können. Im Fall der vorliegenden Geschichte verzichten sie auf den Schnuller. Moritz erfährt, dass dies ganz einfach geht und eigentlich nur Babys so etwas brauchen. An dieser Stelle bindet Autorin Hermien Stellmacher zwei wesentliche Elemente ein. Zum einen packt sie Moritz bei seiner Eitelkeit: Große Kinder wie er brauchen keinen Schnuller, sondern nur die kleinen Babys, die noch nichts können. Zum anderen bringt sie Beispiele. Nicht in Erklärungen von Erwachsenen, sondern anhand von Moritz' Freunden. Er sieht, dass sie auch ohne den Beruhigungssauger zurechtkommen. Dass sie spielen, Spaß haben und gar keinen Schnuller mehr brauchen. Er erfährt an sich selbst, dass man ohne Schnuller viel deutlicher sprechen kann. Dass einem andere verstehen und entsprechend reagieren. So fasst er nach einer Weile den Entschluss, was andere können, kann er auch.
Hier bringt Gruppendynamik wieder ein tolles Ergebnis hervor. Moritz Moppelpo sieht wie sich seine Freunde verhalten, was sie gelernt haben und will das natürlich auch können. Er wird motiviert, einen weiteren Entwicklungsschritt zu machen und zu zeigen, dass er schon ein Großer ist. Vorbilder im gleichen Alter braucht jedes Kind. Dabei ist es egal, ob es die Altersgenossen im Kindergarten, auf dem Spielplatz oder aus der Nachbarschaft sind. Das ist das Erfolgsrezept des kleinen Pappbilderbuchs, dessen Geschichte die Kleinsten begeistern wird und mit der sie sich schnell identifizieren können. Sie können sich in die Figuren hineinversetzen, ebenso in die Handlung.
Begleitet wird die fröhliche Geschichte von tollen Illustrationen und bunten Klappen. Sie laden dazu ein, hinter Vorhänge, Türen oder in Laden zu schauen, um einen genaueren Blick zu erhaschen.

Alles zusammen stellt "Moritz Moppelpo braucht keinen Schnuller mehr" ein witziges Pappbilderbuch mit einer alltagsnahen Geschichte dar. Sie zeigt Situationen, in die sich Kleinkinder gut hineinversetzen können und die sie motivieren, es selbst einmal ohne Schnuller zu versuchen. Wer weiß, vielleicht greifen sie auch Moritz Moppelpos Idee für eine Schnullerbox zum sicheren Verwahren auf?

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Anspruch:
  • Gefühl:
  • Illustration: