Moritz Moppelpo

Moritz Moppelpo braucht keine Windel mehr

von Hermien Stellmacher
Rezension von Janett Cernohuby | 14. September 2017

Moritz Moppelpo braucht keine Windel mehr

Werden wir gefragt, welches Buch wir zum Thema Sauberkeit empfehlen können, steht ein Titel ganz oben auf der Liste: "Moritz Moppelpo braucht keine Windel mehr". Viele Eltern schwören auf dieses Buch und es ist ein wahrer Bestseller. Doch was ist es genau, das für diese Beliebtheit und auch die Erfolgsgarantie sorgt?

Von Windeln, Töpfchen und dem Sauberwerden

Eines Tages bringt Mama Hase ein Töpfchen mit nach Hause. Sie erklärt Moritz Moppelpo, dass er ja schon groß ist und von nun an das Töpfchen anstelle der Windel benutzen kann. Doch Moritz hat keine Lust, aufs Töpfchen zu gehen. Viel lieber würde er die Zeit damit verbringen, mit seinen Freunden zu spielen. Also rennt er hinaus und zu Lene. Die erzählt Moritz, dass sie schon lange aufs Töpfchen geht, genauso wie die anderen Freunde Juri, Fips, Fido und Emil. Moritz überlegt. Ob er es doch einmal mit dem Töpfchen versucht?

Ein witziges Spielbuch

Was unterscheidet "Moritz Moppelpo braucht keine Windel mehr" von anderen Töpfchenbüchern? Warum sind so viele Eltern begeistert von der Geschichte und berichten über Erfolgserlebnisse?
Die Handlung selbst ist nach einem bekannten Prinzip aufgebaut. Moritz Moppelpo ist in einem Alter, in dem man lernen kann, aufs Töpfchen zu gehen. Das möchte er auch, aber irgendwie klappt es nicht so richtig. Also lässt er es erst einmal bleiben. Zwischendrin sammelt er so manche Erfahrung und am Ende stellt sich dann das Erfolgserlebnis ein. Was passiert aber dazwischen, das dieses Umdenken bewirkt? Ganz einfach: Seine Freunde, die alle im gleichen Alter sind. Moritz erfährt, dass die schon lange aufs Töpfchen gehen können und es regelmäßig tun. Er wird bei seiner Eitelkeit gepackt und nimmt sich fest vor, das auch zu lernen.
Man darf an dieser Stelle die Gruppendynamik nicht als Gruppenzwang hinstellen, denn seien wir ehrlich: Welches Kind schaut sich nicht im Kindergarten Dinge von anderen, gleichaltrigen Kindern ab? Welches Kind beginnt nicht plötzlich, ebenfalls mit Messer und Gabel zu essen, weil seine Freunde das tun? Oder versucht sich selbst daran, ein Glas Wasser einzuschenken? Will ohne Stützräder Fahrradfahren? Die Liste kann man endlos fortsetzen. Doch ist das Gruppenzwang oder eher der Wunsch, ebenfalls etwas zu können, was andere schaffen? Denn genau darin liegt das Erfolgsrezept dieses kleinen Pappbilderbuchs zum Thema Sauberwerden. Vormachen und Nachahmen.
Moritz Moppelpo verhält sich genauso, wie viele Kinder in diesem Alter. Darum können sie sich sofort in ihn hineinversetzen und ich verstehen. Selbst wenn er ein Hasenkind ist. Und genauso wie er, brauchen auch sie nur ein Vorbild, das ihnen zeigt, wie man es macht.

Moritz Moppelpo braucht keine Windel mehr
Moritz Moppelpo braucht keine Windel mehr
Moritz Moppelpo braucht keine Windel mehr

Begleitet wird die witzige Geschichte nicht nur von tollen Illustrationen, sondern auch von vielen Klappen. Sie laden dazu ein, Türen, Fenster und auch mal Schränke zu öffnen, um einen genaueren Blick zu erhaschen. Konkret schauen wir Moritz‘ Freunden dabei zu, wie sie gerade auf dem Töpfchen oder der Toilette sitzen. Ja, das gefällt den Kleinen ganz besonders gut, sie werden die Türen immer wieder öffnen und schließen. Es wurden also Klappen eingebaut, die nicht einfach nur die Szene verändern, sondern ganz gezielt auf das Thema des Buchs eingehen.

Das alles zusammen macht den Erfolg des Pappbilderbuchs "Moritz Moppelpo braucht keine Windel mehr" aus. Es ist die alltagsnahe Geschichte, in der ein Kind seinen Freunden nacheifern will. Es sind die Situationen, in die sich Kleinkinder so gut hineinversetzen können, dass sie letztendlich von dem Buch motiviert werden, es doch auch einmal mit dem Töpfchentraining zu versuchen. Dank der Neuauflage des Buchs wird es auch weiterhin viele Familien durch diesen Entwicklungsschritt begleiten.

Details

Bewertung

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