Finn geht aufs Töpfchen

von Lydia Hauenschild, Andrea Hebrock (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 25. Juni 2017

Finn geht aufs Töpfchen

Ein großes Thema für alle Familien ist die Sauberkeitserziehung. Wann ist der beste Zeitpunkt dafür? Wie geht man an das Thema heran und vor allem wie motiviert man sein Kind, sich aufs Töpfchen zu setzen? Es gibt keine allgemeingültigen Antworten auf diese Frage, lediglich den guten Rat, alles in Ruhe anzugehen und keinen Druck auszuüben. Und es gibt viele tolle Pappbilderbücher zum Thema, die Kleinkinder spielerisch und unterhaltsam an das Thema Töpfchen heranführen. Eines davon ist "Finn geht aufs Töpfchen" aus dem Ravensburger Verlag.

Auf Wiedersehen Windel

Finn hat ein Töpfchen bekommen und er weiß auch schon, was man damit macht. Man kann sich drauf setzen und Pipi hinein machen. Doch noch hat Finn keine Lust dazu. Erst mal sollen Teddy und Ente sich auf das Töpfchen setzen. Finn schaut den beiden lieber zu. Doch irgendwann spürt Finn so ein seltsames Drängen. Er muss mal Pipi! Rasch zieht er sich mit Papas Hilfe Hose und Windel runter und setzt sich auf sein Töpfchen. Und tatsächlich, Finn mcht Pipi ins Töpfchen! Anschließend darf er das in der großen Toilette hinunterspülen. Finn ist ganz stolz auf sich!

Mit viel Geduld

Geht es um Sauberkeitserziehung, sind drei Dinge sehr wichtig: Geduld, Verständnis und natürlich der richtige Zeitpunkt. Das kommt auch in dem neuen Pappbilderbuch des Ravensburger Verlags sehr deutlich rüber. Was Eltern in vielen Artikeln und Internetbeiträgen zum Thema mitgegeben wird, findet sich auch in der Geschichte.
Ruhe und Geduld, kein Druck: Finn spielt zunächst mit dem Töfpchen, setzt seine Kuscheltiere drauf.
Gelassenheit und Verständnis: Finn macht in die Windel, obwohl das Töpfchen eben ihm steht. Sein Vater sieht drüber hinweg.
Wahrnehmung: Finns Vater beobachtet seinen Sohn und als er die typischen Anzeichen dafür sieht, dass Finn aufs Töpfchen muss, deutet er seinen Sohn sanft darauf hin. Und siehe da, es klappt.
Vorbildfunktion: Finn sieht, wie sein Vater auf Toilette geht, wie er spült und sich anschließend die Hände wäscht. Das macht Finn am Ende des Buchs nach.
Nun sind das eigentlich ziemlich viele und umfangreiche Punkte. Die sollen alle in ein 20-seitiges Pappbilderbuch passen? Kind- und altersgerecht? Keine Sorge, das tun sie. Lydia Hauenschild schrieb mit einfachen und wenigen Worten diese Geschichte für Kinder ab zwei Jahren. Dabei bringt sie klar, deutlich und ohne große Umschweife das zur Sprache, was wichtig ist. Sie begegnet Kinder quasi auf Augenhöhe und holt sie auf ihrem aktuellen Entwicklungsstand ab. Das was nicht mehr in die wenigen, kurzen Sätze gepasst hat, bringt Andrea Hebrock in ihre liebenswerten Illustrationen ein. So kann mit diesem Pappbilderbuch die Sauberkeitserziehung gut unterstützt und begleitet werden, ohne dass sich das Kind unter Druck gesetzt fühlt. Und das ist ganz wesentlich für den Erfolg.

"Finn geht aufs Töpfchen" ist ein herziges und liebenswertes Pappbilderbuch für Kinder ab zwei Jahren. Es erzählt mit wenigen und klaren Worten vom kleinen Finn, der zum ersten Mal auf sein eigenes Töpfchen geht. Das Buch greift genau die Grundeinstellung auf, die für die stressfreie Sauberkeitserziehung so wichtig ist. Das macht es zu einem tollen, kleinen Buch, das viele Familien durch diese manchmal anstrengende Zeit begleiten wird.

Details

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