Affenspaß

von Giuliano Ferri
Rezension von Janett Cernohuby | 20. November 2020

Affenspaß

In Gesichtern Stimmungen und Gefühle zu erkennen ist ganz wichtig für unseren Umgang mit anderen Menschen. Die Allerkleinsten müssen das freilich erst noch lernen. Doch wunderbare Pappbilderbücher helfen ihnen, die große Welt der Gefühle  zu verstehen. Giuliano Ferri hat ein besonders lustiges Gefühlebuch für die Kleinsten entworfen, in dem unsere nächsten Verwandten, die Affen, einen großen Auftritt bekommen.

Affenspaß mit Guck-Guck-Spiel

Was bedeutet es, wenn jemand die Augenbrauen zusammenzieht? Oder wenn jemand seine Zunge hinausstreckt und lustig die Augen verdreht? Wie fühlt sich jemand, dessen Mundwinkel nach unten gezogen sind?
Diese und weitere Grimassen ziehen sieben freche, kleine Affen in Giuliano Ferris Pappbilderbuch. Zunächst verbergen sie ihr Gesicht hinter ihren Händen, lassen nur ein Stück davon erkennen. Wie mag sich der jeweilige Affe wohl fühlen? Fröhlich oder wütend? Glücklich oder traurig? Mutig oder ängstlich? Erst wenn die Hände vom Gesicht genommen werden, erfahren kleine Betrachterinnen und Betrachter die Antwort.

Originelles Pappbilderbuch

Giuliano Ferri bringt hier originellen Pappbilderbuchspaß zu den Allerkleinsten. Mit großen Klappen in Form der Affenhände werden sie zu einer Art Guck-Guck-Spiel eingeladen. Doch die Frage lautet nicht: „Guck-Guck, wer bin ich?“, sondern: „Guck-Guck, wie fühle ich mich?“ Um eine erste Idee zu bekommen, werden bereits zwei Gefühle vorgeschlagen. Dabei handelt es sich immer um gegensätzliche Gefühle. Meist kann man an den nicht ganz abgedeckten Gesichtern schon eine Ahnung bekommen, wie es dem Affen geht. Doch es gibt auch einige, deren Gesicht völlig verdeckt ist und wo eher raten, statt ahnen auf dem Plan steht.
Im Buch werden alle bekannten und wichtigen Gefühlsausprägungen gezeigt: lieb, wütend, traurig, zornig, ängstlich, neugierig, lustig. Jedoch kommen zunächst erst einmal die weniger schönen Emotionen. Die positiven und glücklichen sind erst im zweiten Teil zu finden. Etwas mehr Durchmischung wäre besser gewesen. Richtig super ist die letzte Seite. Hier ist anstelle des Affengesichts Spiegelfolie platziert, so dass die Kleinsten sich selbst sehen können. Der dazugehörige Text lädt sie zum Grimassen schneiden und Herumblödeln ein. Das ist ein großer Spaß, wie das Buch insgesamt. Schnell haben sich die Kleinsten einen Lieblingsaffen ausgesucht, dessen Hände immer wieder vor das Gesicht und dann zur Seite gegeben werden. „Affenspaß“ ist hier nicht nur der Titel des Buchs, sondern wirklich Programm.

Gefühle sind etwas Wichtiges, etwas Schönes und manchmal etwas Trauriges. Kleinkinder lernen die Welt der Gefühle gerade erst kennen. Giuliano Ferri stellt sie ihnen auf äußerst spielerische und humorvolle Weise vor. Seine plakativ gezeichneten Affen verdecken mit ihren Händen das Gesicht und laden die Kleinsten zu einem lustigen Guck-Guck-Spiel ein. Dabei wird überrascht, geblödelt und zum Nachmachen animiert.

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