Magnus Chase

Der Hammer des Thor

von Rick Riordan, Nicolás Artajo (Sprecher/-in)
Rezension von Stefan Cernohuby | 28. Juni 2017

Der Hammer des Thor

Hat man sich im Rahmen einer Jugendreihe erst einmal mit einem Pantheon auseinandergesetzt ist es nahezu unmöglich die Mythologie dieser Götter wieder zu verlassen. Das muss auch Magnus Chase, Protagonist von Rick Riordans gleichnamiger Reihe feststellen. Denn nachdem er im Vorgängerband erste Schritte als einer der Einherjer gemacht hat, muss der Sohn des Gottes Frey diesmal ganz andere Probleme lösen. Mit „Der Hammer des Thor“ lag uns der zweite Teil der Reihe als Hörbuch vor.

Es kommt immer wieder mal vor, dass Thor der Donnergott seinen Hammer vermisst. Zwar ist niemand außer ihm stark genug ihn zu führen, aber dennoch scheint er Diebe anzulocken. Das Problem daran ist, dass ohne den Hammer die Reiche der Sterblichen in Gefahr sind, da nur die Abschreckung der Macht der Waffe es ist, welche die Riesen von einem Angriff abhält. Und weitere Probleme tauchen auf, als Loki wieder seine Hände mit im Spiel hat. Denn er verlangt nicht nur nach der Hochzeit seiner Tochter Samira, er hat tatsächlich weitreichendere Pläne, die letztendlich zu seiner Befreiung führen sollen. Eine entscheidende Rolle dabei spielt ein weiteres Kind von Loki namens Alex. Als kleine Besonderheit ist Loki in diesem Fall nicht der Vater sondern die Mutter und sein Kind hat wohl die Fähigkeit zum Geschlechtswechsel geerbt. Diese Fähigkeit wird in Asgard als „Ergi“ bezeichnet. Und natürlich gibt es von allen erhebliches Misstrauen, ob man einander trauen kann. Doch seine Freunde und er sind auf Vertrauen angewiesen, das Loki offenbar ein altes Kammerstück wieder ans Tageslicht bringen möchte – die Hochzeit des Riesen Thrym. Ein anderer Loki, die Göttin Sif und letztendlich die Asen selbst haben jedoch etwas dagegen. Ob das jedoch genügt, um Loki an seiner Befreiung zu hintern, ist eine ganz andere Frage…

Wenn der Titel des ersten Bandes einer Reihe eine mystische Waffe ist, muss man wohl auch beim zweiten Band bei diesem Muster bleiben. Dies haben sich hier entweder Verlag oder Autor gedacht. Tatsächlich ist der titelgebende Hammer des Thor so ziemlich der unwichtigste Gegenstand im ganzen Film. Selbst Riesenbowlingtaschen, Runensteine und Teigschneider sind von größerer Relevanz. Die Handlung selbst kommt eher schleppend voran, da hier mehr Zeit in die Charakterentwicklung gesteckt wird. Ganz offensichtlich hat der Autor sich bereits entschieden, welche der Charaktere für die nächsten Bände relevant sein werden – und so bekommt sogar Samiras Verlobter Amir so etwas wie Profil. Die Geschichte wird im letzten Drittel richtig chaotisch und die Handlung überschlägt sich – auch die Action kommt da nicht zu kurz. Dennoch, und auch trotz der tollen und vielseitigen Sprecherleistung von Nicolás Artajo kann das Werk nicht ganz so überzeugen wie der Vorgänger, obwohl im Ansatz alles richtiggemacht wurde. Allerdings hält man sich hier so nah an Handlungen, die in der Edda beschrieben wurden, dass zumindest die Charaktere im Buch etwas vorausschauender hätten handeln müssen. Trotzdem ist „Der Hammer des Thor“ ein sehr gelungenes Hörbuch, das man jedem Fan von Rick Riordan empfehlen kann. Man muss den Vorgänger auch nicht unbedingt kennen, die Handlung im Band ist in sich abgeschlossen.

„Der Hammer des Thor“ ist der zweite Band der Jugendbuchreihe „Magnus Chase“, der uns in diesem Fall als Hörbuch vorgelegen hat. Obwohl das Werk nicht ganz an den Vorgänger heranreicht, handelt es sich doch um eine spannende und unterhaltsame Geschichte, die von Nicolás Artajo hervorragend und variantenreich gelesen wird. Alle Fans können bedenkenlos zugreifen.

Details

Bewertung

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