Magnus Chase

Das Schwert des Sommers

von Rick Riordan, Nicolás Artajo (Sprecher/-in)
Rezension von Stefan Cernohuby | 09. September 2016

Das Schwert des Sommers

Geschichten, die sich der nordischen Mythologie widmen, gibt es zahlreiche. Sie bedienen dabei unterschiedliche Genres, von Thriller, über Fantasy bis zum Horror. Dass es auch möglich ist, die Materie an Jugendliche ab 12 Jahren heranzutragen, will „Percy Jackson“-Autor Rick Riordan mit seiner neuen Reihe „Magnus Chase“ beweisen. „Das Schwert des Sommers“ ist der erste Teil derselben, welcher uns als Hörbuch vorlag.

Jede Geschichte beginnt irgendwann, doch in diesem Fall erzählt der Protagonist, Magnus Chase, zuallererst von seinem eigenen Tod. Seit seine Mutter inmitten der Stadt von Wölfen zerfleischt wurde, lebt Magnus auf der Straße, im lockeren Verbund mit einigen anderen Obdachlosen. Zumindest bis zu jenem Zeitpunkt, als er feststellt, dass sein Onkel Randolph auf der Suche nach ihm ist. Obwohl ihn seine Mutter gebeten hat, keinerlei Kontakt mit ihm aufzunehmen, sucht er ihn auf. Dieser teilt ihm mit, dass er an seinem 16. Geburtstag sein Geburtsrecht einfordern muss – nämlich das Schwert des Sommers für sich beanspruchen, das am Grund eines Flusses liegt. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Er findet die verrostete Klinge, muss sich plötzlich gegen den König der Feuerriesen wehren und wird von diesem getötet. Allerdings erkennt eine anwesende Walküre in ihm wahren Heldenmut und Potenzial und nimmt ihn mit ins „Hotel Walhalla“. Er ist nun ein Einherjer, einer der ehrenvoll gefallenen, die Odin bei der Götterdämmerung in die letzte Schlacht folgen sollen. Doch damit ist sein Abenteuer noch lange nicht vorbei, denn weder findet man, dass er diesen ehrenvollen Status zu Recht errungen hat, noch trauen sie seiner Walküre, die eine Tochter Lokis ist. Als er sich mit seinen obdachlosen Freunden – die sich als groß gewachsener Zwerg und Alb herausstellen – auf den Weg macht, um das bei seinem Tod verlorene Schwert wiederzufinden, nimmt man das schlimmste von ihm an und jagt ihn. Dabei will der Sohn des Gottes Frey nur die drohende Götterdämmerung verhindern...

Autor Rick Riordan hat schon in der Vergangenheit bewiesen, dass er absolut spannende Geschichten schreiben kann, die den Leser von der ersten Seite weg fesseln. Das ist auch im Fall von „Das Schwert des Sommers“ der Fall, dem ersten Band der Reihe „Magnus Chase“. Trotz einiger absonderlicher Einfälle, wie einem „Hotel Walhalla“ und Teilzeit-Walküren, verfolgt man gespannt, wie der Protagonist sich Aufgaben stellt, die mehr als nur eine Nummer zu groß für ihn erscheinen. Trotz seiner Freunde und seines magischen Schwerts erscheint die Geschichte permanent hoffnungslos. Allerdings muss man als Leser dann in Betracht ziehen, dass die Handlung selbst von Magnus Chase im Rückblick erzählt wird. Insofern muss er ja schließlich überlebt haben, um diese Geschichte zu erzählen, oder? Das ist allerdings der einzige Punkt, welcher dem Buch ein wenig die Schärfe nimmt. Denn der Ausdruck ist es nicht. Aus allen Lagen werden trockene Witze abgefeuert, die man vermutlich nur dann auf Zuhörer loslassen kann, wenn die enthaltenen tragischen Ereignisse bereits hinter dem Erzähler liegen. Gelesen wird das Hörbuch von Nicolás Arajo, dem es gelingt, sowohl rauchige Zwergenstimmen, jene von Jugendlichen, von Göttern und auch von Nornen überzeugend klingen zu lassen. Seine Mitarbeit macht das ohnehin gelungene Buch zu einem wahren Hörgenuss.


„Das Schwert des Sommers“, der erste Teil der Reihe „Magnus Chase“ von Rick Riordan, ist nicht nur ein toller Jugendroman. Auch die bei Silberfisch erschienene Hörbuch-Produktion kann sich mehr als nur sehen lassen – beziehungsweise hören. Sprecher Nicolás Arajo besitzt eine derartig variantenreiche Stimme, dass man ihm jeden Charakter ohne weiteres glaubt. Wer auf der Suche nach spannenden Hörbuch-Produktionen für Jugendliche ab 12 Jahren ist, ist hiermit sicherlich an der richtigen Stelle.

Details

Bewertung

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