Buchpräsentation "Was wir alles können"

Beitrag von Janett Cernohuby | 06. Oktober 2016

Die Sicherheit unserer Kinder liegt uns allen sehr am Herzen. Bereits beim Kauf der Babyausstattung, des Kinderwagens und des Autositzes achten wir sehr genau darauf, nur vertrauenswürdige und sichere Produkte auszuwählen. Doch die wirkliche Herausforderung in puncto Sicherheit kommt erst wenn Babys beginnen, sich robbend oder krabbelnd vorwärts zu bewegen. Wenn Kleinkinder die ersten Schritte mit und ohne Festhalten wagen. Denn dann kommen Schranktüren, Treppen und Steckdosen in Reichweite der kleinen Kinderhände und spätestens jetzt ist der Moment erreicht, wo es unserer Aufgabe ist, Gefahrenquellen zu erkennen und zu beseitigen. Doch man kann noch mehr tun. Man kann seine Kinder auf einfache, spielerische Art vor den alltäglichen Gefahren warnen.

Hierbei hilft ein kleines, aber inhaltlich starkes Pappbilderbuch: "Was wir alles können". In ihm rücken Familienmitglieder auf spielerische Weise die Gefahrenstellen in Kinderzimmer, Bad und Küche ins Licht und zeigen, worauf man achten soll. Das Buch aus der Feder Heinz Janisch und mit Illustrationen von Lili Schagerl versehen, wurde am 5. Oktober 2016 in der Tyrolia Buchhandlung in Wien vorgestellt.

Inge Cevela

Inge Cevela

Dr. Othmar Thann

Dr. Othmar Thann

Katrin Feiner

Katrin Feiner

Lili Schagerl

Lili Schagerl

Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) begrüßte die erschienen Gäste und sprach über das Thema Unfälle im Haushalt. Jährlich verunglücken rund 163.000 Kinder bei eben diesen, zwei Drittel davon zuhause in der Freizeit. Nur ein Drittel verunglückt im Straßenverkehr. Die Ursachen für diese Unfälle werden in eben diesem Bilderbuch für Kinder ab zwei Jahren aufgegriffen und altersgerecht angesprochen.

Aufklärung und Begleitung ist wichtig. Denn dem KFV geht es nicht darum, Kinder ruhig zu stellen und sie sich möglichst wenig bewegen zu lassen. Vielmehr wollen sie mit ihrem Beitrag auf die Gefahren hinweisen und zeigen, wie man diese vermeiden kann. Ihr Wunsch ist es, dass in nicht allzu ferner Zukunft kein Kind mehr in den Notaufnahmen der Spitäler wegen Unfällen im Haushalt anzutreffen ist.
Ein frommer Wunsch, der aber dennoch wohl nie erreicht werden wird. Man kann noch so sehr aufpassen und vorbeugen, irgendwann kann ein Unglück aufgrund von Ungeschicklichkeit passieren. Denn Eltern können ihre Augen nicht 24/7 auf Kindern haben und es braucht nur einen Sturz im Garten und schon ist ein Arm gebrochen.

Ebenfalls anwesend an diesem Abend war die Illustratorin Lili Schagerl. Sie erzählte ein wenig über ihre Zeichnungen für das Buch, was ihre Motivation war und welche Gedanken in die einzelnen Szenen einflossen. Natürlich zeigte sie dem Publikum auch ihre Lieblingsszene, nämlich jene Seite, in der die beiden Kinder mit ihren Kuscheltieren Krankenhaus spielen und Bär, Hase, Puppe verletzt im Bett liegen.
Heinz Janisch, der die heiteren Reime für das Werk schrieb, konnte an diesem Abend nicht vor Ort sein. Andere Termine in Kärnten hielten ihn davon ab. Schade, denn es wäre interessant gewesen, auch seine Gedanken über das Thema und das Buch zu hören.

Gefahren stand an diesem Abend also ganz im Mittelpunkt, ebenso das Pappbilderbuch. Es mag ungewöhnlich erscheinen, dass einem so kleinen Werk, solch große Aufmerksamkeit geschenkt wird. Doch bedenkt man das Thema, sieht es gleich ganz anders aus. Denn wie schnell ein Unfall passieren kann, das wissen alle Eltern nur zu gut. Welches Kind ist nicht schon einmal von einem Sessel oder einer Bank gefallen, weil es darauf herumzappelte oder -turnte? Welches Kind hat nicht schon mal aus Neugier und Vorfreude ein heißes Kuchenblech angefasst oder auf eine noch eingeschaltete Herdplatte gegriffen? Unfälle, die sich vermeiden ließen, nicht allein durch Sicherheitsvorkehrungen der Eltern, sondern auch durch die Schärfung der kindlichen Wahrnehmung. Und hierfür ist das Buch "Was wir alles können" ein wertvoller und großartiger Beitrag.

ende

Fotos von Michael Seirer Photography
Buchpräsentation "Was wir alles können"