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  • Was bei uns unterm Weihnachtsbaum liegt.

Welche Bücher wir verschenken

von Janetts Meinung | 01. Dezember 2017

Die Adventszeit hat begonnen und mit ihr kommt natürlich die Frage auf, was man den Liebsten schenken könnte. Eine Umfrage der Marktforscher von Deloitte zufolge sind Bücher zwar nicht mehr die beliebtesten Geschenke und haben diesen Rang an Süßigkeiten verloren, dennoch wollen 41 Prozent der Befragten Bücher verschenken.

weihnachten

Auch bei uns werden in diesem Jahr Bücher in Geschenkpapier gewickelt und überreicht. Bevor wir das jedoch tun, lassen wir unsere Leser aber schnell noch unter das Geschenkpapier werfen und verraten, welcher Titel sich darunter befindet. Wir wünschen viel Spaß beim Entdecken unserer ganz persönlichen Weihnachtstipps.

Elisabeth Binder schenkt...

Elisabeth Binder schenkt...

"Niemandsland" von Philip Dröge

Es gibt da eine ganz verschwommene Weihnachtserinnerung, die mit einem Buchgeschenk zu tun hat. Ich war wahrscheinlich irgendwo zwischen acht oder zehn Jahre alt und ganz bitter enttäuscht, dass sich auf meinem Gabentisch ein Sachbuch befand und kein ein Buch mit spannenden Geschichten. Die (vermeintliche) Unkenntnis meiner Eltern, was mich denn nun wirklich interessiert, musste das Buch ausbaden, das ich mit frühkindlicher Verachtung in vollem Ausmaß strafte. Zum Glück hat sich das inzwischen geändert so wie sich auch die Sachbücher geändert haben. Erfreulicherweise gibt es beispielsweise immer mehr Bücher zu historischen Themen, die exzellent recherchiert und gleichzeitig sehr lesbar sind. Dieses Jahr gehört sicherlich das Buch "Niemandsland" von Philip Dröge dazu.

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Emilia Engel schenkt...

Emilia Engel schenkt...

"Mantra - Unsere Botschaft der Liebe"

Weihnachten und die Adventszeit sind eine besinnliche Zeit. Man hört sich Weihnachtslieder an, singt selber mit - ja, wenn auch nicht unbedingt in den richtigen Tönen, “but who cares?”- blickt den Adventskerzen beim Brennen zu und verliert sich dabei in diversen Träumereien. All diese Dinge nähren Körper und Geist. Aus einer anderen Tradition als der unseren kommen die Mantras - auch diese sind für viele unserer Sinne eine Wohltat. Sie sind heilend und transformierend für Körper und Geist. Darum eignen sich auch Mantras ausgezeichnet für die dunkle Zeit des Jahres, um Licht in unsere Häuser und Herzen zu bringen. Deva Premals Mantras begleitet mich nun schon seit über zehn Jahren auf meinem Weg. Das Singen von Mantras hat für mich etwas sehr meditatives und wirkt befreiend wenn man sich darauf einlässt. Darum schenke ich auch sehr gerne dieses Buch an eine ganz liebe Freundin, die mich einen Stück auf meinem Yogaweg begleitet hat. Wir beide lieben Bücher, Yoga und Mantras. Da liegt es auf der Hand, dieses wundervolle Buch zu schenken, damit sie sich bei einer guten Tasse Tee und der CD im Hintergrund, an den Bildern und Mantras erfreuen kann.

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Manfred Weiss schenkt...

Manfred Weiss schenkt...

"Schlussstrich" von Ivan Ivanji

Ein Buch zu schenken ist immer ein Mittelweg zwischen dem, was der Beschenkte mag und dem was man meint, dass der Beschenkte braucht. Die Idee kann viele Quellen haben, seien es Gespräche, seien es eigene Erlebnisse oder Biographien. So gibt es auch für mein Geschenkbuch „Schlussstrich“ von Ivan Ivanji mehr als nur einen Grund, warum ich es schenke.

In nicht allzu ferner Vergangenheit gab es für kurze Zeit einen aus verschiedenen Nationen gebildeten Staat, der sich mit dem Tod seines alle verbindenden Staatchefs in einem brutalen Bürgerkrieg auflöste. Der Staat war Jugoslawien, der Staatschef Josip Broz Tito. Einer seiner Dolmetscher war Ivan Ivanji, 1928 als Sohn einer jüdischen Familie im serbischen Banat geboren und damit auch Teil der Geschichte, die den Hintergrund seines Romans bildet.
In „Schlussstrich“ schildert Ivanji die Familiengeschichte von vier Generationen einer jüdischen Familie aus dem Banat. Von ihrem Streben nach Glück, nach Überleben vor dem Hintergrund der Weltkriege des 20. Jahrhunderts, dem Entstehen und dem Untergang Jugoslawiens.

Das Buch ist einfach, ergreifend und mit kunstvollem Rhythmus geschrieben. Manchmal baut sich die Spannung einzelner Tage gewaltig auf, manchmal verfliegen Jahre nahezu unbemerkt, da wird die Geschichte von einer Generation zur anderen weiter gereicht, wird eine Hauptfigur plötzlich zur Nebenfigur im Leben der nächsten Generation.

Das Buch mag aufs erste nicht weihnachtlich klingen, doch es ist, wenn man der Handlung folgt, zwar erschütternd, aber auch besinnlich. Manche Schicksale rühren zutiefst an und das beschriebene Elend mag einen den Frieden und das eigene Leben umso mehr schätzen lassen. Aber es ist auch für Poesie gesorgt, wenn etwa die erste große Liebe eines der Haupthelden eine Zirkusreiterin ist, die über Nacht entschwindet und einen für ein Leben lang voller Sehnsucht nach einer nicht wieder zu finden Einfachheit zurück lässt.
Allen Schicksalsfügungen zum Trotz weiterleben. Das Glück, das man findet, genießen. Umso mehr als man nicht weiß, wie lange es einem gegeben sein mag. Den Blick auf die Schönheit trotzdem nicht verlieren. Das macht aus „Schlussstrich“ von Ivan Invanji dann trotzdem ein Buch, das auch zu Weihnachten passt und dem Beschenkten Freude macht.


Stefan Cernohuby schenkt...

Stefan Cernohuby schenkt...

"Das Erwachen"

Die Zeit vor Weihnachten sollte eigentlich eine ruhigere, besinnlichere sein als sonst. Tatsächlich wird man allerdings gerade in der Vorweihnachtszeit auf allen Kanälen mit immer mehr Information und Werbung traktiert. Dabei läuft vieles schon über automatisch im Hintergrund laufende Algorithmen, Mustererkennung und Auswertung von Big Data. Schon seit langem wird von Künstlichen Intelligenzen (KI) gesprochen, doch so richtig vorstellen können sich Normalsterbliche darunter nichts. Andreas Brandhorst zeigt in seinem nur etwas futuristischen Roman auf, was technologisch bereits möglich ist und wovor wir uns in der Zukunft in Acht nehmen sollten. Ein guter Grund für etwas vorweihnachtliche Entspannung, und diesmal vielleicht ohne Siri und Alexa.

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Janett Cernohuby schenkt...

Janett Cernohuby schenkt...

"Kleine Kaminfeuergeschichten"

Weihnachten - das bedeutet stimmungsvoll geschmückte Wohnungen, Lichterketten in den Straßen und Kerzenschein zuhause. Die Vorweihnachtszeit ist eine Zeit voller Heimlichkeiten, Geheimnissen und großer Erwartungen. Kinderaugen leuchten, wenn sie an den Weihnachtsmann denken, der ihnen Geschenke bringt. Viele Traditionen und Bräuche werden jetzt besonders gepflegt, bringen Familien zusammen und lassen es in uns Still werden. Gerade jetzt genießen wir es, zu einem guten Buch zu greifen und in seiner Geschichte zu versinken. "Kleine Kaminfeuergeschichten" ist dafür das perfekte Buch. In ihm sind kurze, stimmungsvolle Erzählungen bekannter Klassiker vereint, die einfach wunderbar zur Weihnachtszeit passen und uns vom Trubel der letzten Tage und Wochen abschalten lassen.

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Fotos von Michael Seirer Photography
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