Wie Mama mit der Nase sieht

von Peter Guckes

Rezension von: Janett Cernohuby


Wie Mama mit der Nase sieht

Können Eltern mit Behinderung eigentlich perfekte Eltern sein? Was bedeutet das überhaupt, perfekte Eltern? Und brauchen Kinder das eigentlich oder können sie ihnen ihre Schwächen nachsehen? "Wie Mama mit der Nase sieht" erzählt von der besten Mutter der ganzen Welt - auch wenn sie nicht perfekt ist.

Denn Silja Korn, besagte Mama, ist blind. Trotzdem, erzählt ihr Sohn, bekommt sie so ziemlich alles mit. Etwa wenn man beim Mensch-ärgere-dich-nicht schummelt, sich die Hände nicht gewaschen hat oder das Zimmer nicht aufgeräumt ist. Mama unternimmt auch sehr viel mit der Familie. Sie geht Fahrrad fahren, spielt Fußball, bäckt Kuchen, geht ins Kino. Und selbst, wenn sie manchmal hilflos ist, vielleicht sogar peinlich, ist sie die beste Mutter, die man auf keinen Fall gegen eine andere tauschen möchte.

"Wie Mama mit der Nase sieht" ist ein berührendes Kinderbuch und zugleich ein wunderschönes Dankeschön an Mutter Silja Korn. Der kleine Erzähler berichtet aus seinem Leben mit und von seiner blinden Mutter. Mit einfachen und kindlichen Worten schildert er, wie sie den Alltag trotz ihrer Behinderung meistert. Stolz und Bewunderung schwingen in jedem seiner Sätze mit. Gleichzeitig bekommen wir Leser einen Einblick in die Welt der Blinden. Peter Guckes, der Autor des Werkes, öffnet uns sozusagen die Tür in selbige. Es ist, als dürften wir sie einen Tag lang begleiten. Wir gehen mit ihnen durch den Straßenverkehr, schauen ihnen beim Sortieren der Wäsche zu, deren Farben dank einem speziellen Gerät auch für Blinde zu erkennen sind. Wir werfen ihnen beim Kuchen backen, Brettspielen und sogar bei Kinobesuchen einen Blick über die Schulter und nehmen an Ausflügen mit dem Fahrrad und am Fußballtraining teil. Am Ende des Buches hat der Leser nicht nur eine Menge gelernt, sondern empfindet auch großen Respekt vor Blinden und wie sie ihren Weg durch die Welt der Sehenden gehen.
Die Geschichte ist für Kinder ab vier Jahren gedacht. Sie führt diese auf behutsame Weise an das Thema Sehbehinderung heran. Dabei ist es egal, ob Kinder selbst betroffen sind und Eltern mit ähnlichen Einschränkungen haben oder ob sie eine ähnliche Situation aus dem Freundeskreis kennen. Die einfache Sprache des Buches sowie die vielen bunten und witzigen Illustrationen ermöglichen Kindern einen leichten Zugang zum Buch und zum Thema.

Zusammengefasst ist "Wie Mama mit der Nase sieht" ein sehr schönes und einfühlsames Bilderbuch. Egal ob selbst betroffen oder nicht, zeigt es Kindern, wie sich Blinde in der Welt der Sehenden zurechtfinden. Mit einfachen und altersgerechten Worten erzählt der Autor Peter Guckes von Mutter und Sohn, wie sie einander helfen und voneinander lernen. Das Buch macht Mut und zeigt, dass man auch mit Schwächen der beste Mensch (in diesem Fall die beste Mutter) der Welt sein kann.

Details

  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    03/2015
  • Umfang:
    32 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Altersempfehlung:
    6 Jahre
  • ISBN 13:
    978-3-9456-4801-8
  • ISBN 10:
    3945648017
  • Preis:
    11,9 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
    Keine Bewertung
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gefühl: