Komm, wir segeln über Land

von Udo Hinnerkopf, Julia Gerigk (Illustrator)
Rezension von Janett Cernohuby | 17. März 2017

Komm, wir segeln über Land

Angst ist ein Gefühl, das ganz unterschiedliche Bedeutungen für uns hat. Einerseits beschützt uns die Angst davor, etwas Gefährliches zu tun. Andererseits kann sie aber auch so stark werden, dass wir unser Leben komplett nach ihr ausrichten und uns selbst dadurch stark einschränken. "Komm, wir segeln über Land" ist ein gefühlvolles Bilderbuch, das sich mit dem Thema Angst auseinandersetzt.

Joggel Klüver ist ein kleiner Kutter, der zwischen Sonnenhafen und Püttersdorf hin- und hersegelt und Frachten transportiert. Doch wird die See rauer und zieht ein Sturm auf, bekommt es Jöggel Klüver mit der Angst zu tun. Irgendwann hat sein Kapitän die Nase voll und setzt Joggel an Land aus. Hier trifft er Lori Brimbori, einen schwarzen Kater mit Zauberkraft. Der zeigt Joggel, wie man über Land segelt. Mit Begeisterung beginnt der Kutter seine Landreise. Dabei hat er ein ganz klares Ziel vor Augen: Er will jemanden finden, der ihm hilft, die Angst zu besiegen. Bis es soweit ist, lernt Joggel einen blonden Jungen, einen Hasen, einen Cowboy und eine Prinzessin kennen. Sie alle werden von ganz bestimmten Ängsten geplagt und wollen sich zusammen mit Joggel auf die Suche begeben.

Udo Hinnerkopf thematisiert in seinem atmosphärischen Bilderbuch etwas ganz wichtiges: die Angst. Angst ist zunächst erst mal nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Angst ist ein Verbündeter, der uns vor Gefahren warnt und aufpasst, dass wir keine Dummheit begehen. Wer keine Angst verspürt, kann auch nicht erkennen, wann er leichtsinnig handelt.
Doch gewährt man dieser Angst zu viel Raum, kann sie auch ins Gegenteil umschlagen und zu einer Last werden. Sie engt uns ein und nimmt uns die Freude an den schönen Dingen des Lebens.
Genau das will Udo Hinnerkopf mit seiner Geschichte jungen Lesern zwischen vier und sieben Jahren mit auf den Weg geben. Poetisch, verträumt und mit einer kleinen Prise Humor erzählt der Autor von dem kleinen Kutter, der auf eine große Suche geht. Eine Suche, die ihn ganz unterschiedliche Personen kennenlernen lässt. Ein jeder von ihnen wird von einer anderen Angst geplagt: Angst vor Spinnen, Käfern und anderem Krabbeltier, die Angst vor dem gejagt und verletzt werden und die Angst um einen geliebten Menschen. Mit diesen Figuren will der Autor Kindern die unterschiedlichen Gesichter von Angst zeigen. Ein jeder fürchtet sich vor etwas anderem, doch alle haben gemeinsam, dass die Angst ihre Lebensfreude einengt. Zum Glück begegnet ihnen am Ende jemanden, der ihnen hilft die Angst zu überwinden. Dafür ist es natürlich wichtig, das kennenzulernen, wovor man sich fürchtet.. Denn wenn man etwas versteht und begreift, wirkt dies gleich weniger besorgniserregend. Ein bisschen Angst bleibt immer, doch das ist auch gut so.
Begleitet wird die Geschichte von Julia Gerigks tollen Illustrationen. Mit leuchtenden, manchmal zarten Farben und fröhlichen Figuren wird die Grundstimmung der Handlung noch einmal unterstrichen und betont. So runden die Bilder die Geschichte sehr gut ab.

"Komm, wir segeln über Land" ist ein Bilderbuch mit einer poetischen, gefühlvollen und auch humorvollen Geschichte. Diese dreht sich um das Thema Angst. Kinder erfahren, dass Angst zum Leben dazu gehört, solange sie in gesundem Maße vorhanden ist. Alles andere belastet nur, kann aber überwunden werden, wenn man das kennenlernt, wovor man Angst hat. Eine tolle Botschaft, die in einer stimmungsvoll erzählten und illustrierten Geschichte weitergetragen wird.

Details

Bewertung

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  • Anspruch:
  • Humor:
  • Illustration: