Frieda Kratzbürste und ich

von Rüdiger Bertram, Heribert Schulmeyer
Rezension von Janett Cernohuby | 21. April 2017

Frieda Kratzbürste und ich

Wenn man schüchtern ist, braucht man manchmal einen Freund, der einem einen kleinen Stups gibt. Der einem zeigt, dass man sich nicht verstecken braucht, sondern sich ruhig auch zu Wort melden kann. Dieses Thema greifen Bertram & Schulmeyer in ihrem Kinderbuch "Frieda Kratzbürste und ich" auf.

Die wohl liebste Kratzbürste der Welt

Anna ist sieben Jahre alt und hat eine besondere Freundin, Frieda. Frieda ist eine Puppe, die Anna vor sieben Jahren geschenkt bekommen hat. Während andere sie hässlich finden, findet Anna sie großartig. Denn Frieda kann nämlich sprechen! Das kann zwar nur Anna hören, aber das ist okay. Manchmal ist Anna etwas schüchtern und dann wird sie von Frieda angestachelt. So wie heute. Da liegt nämlich ein Brief auf dem Tisch. Der Brief ist eine Einladung zu einer Geburtstagsfeier ihrer Freundin Marie. Anna ist noch unsicher, ob sie hingehen möchte, doch Frieda weiß es schon ganz genau. Ein Geburtstag ist etwas Tolles. Denn dort gibt es Kuchen, Kakao und lustige Spiele. Doch Anna ist immer noch nicht überzeugt. Da wird Frieda sauer. Anna soll sich ruhig mal etwas trauen und so eine Geburtstagsfeier kann einfach nur lustig werden.

Manchmal braucht es eine kleine Kratzbürste

"Frieda Kratzbürste und ich" ist ein witziges und tiefgründiges Kinderbuch des erfolgreichen Autorenduos Bertram & Schulmeyer. In ihm greifen sie auf spielerische Weise wichtige Themen auf: Mut und Selbstvertrauen. Anna fehlt ein bisschen davon. Sie ist schüchtern und traut sich nicht so recht aus ihrem Schneckenhaus heraus. Doch dafür hat sie ihre alte Plüschpuppe Frieda. Die ist ziemlich neugierig, quirlig und kann auch schon mal ganz schnell wütend werden. Meistens dann, wenn Anne unschlüssig und schüchtern dasteht und sich nicht traut, den nächsten Schritt zu machen.
Frieda ist ein imaginärer Freund. Jemand, der durch sein provozierendes Verhalten Anna aus der Reserve lockt. Das ist manchmal gar nicht so verkehrt, wie sich am Beispiel der Geburtstagsfeier zeigt. Denn Anna hat gar keinen Grund, schüchtern zu sein. Sie ist ein taffes und kluges Mädchen, nur ist sie sich dessen nicht bewusst. Frieda hilft ihr, sich dies bewusst zu machen, indem sie Anna auf die richtige Bahn bringt. Etwa, als Anna mit ihrer Mutter ein passendes Geburtstagsgeschenk aussucht oder als Anna bei den Spielen auf der Geburtstagsfeier beweist, was in ihr steckt. Am Ende geht Anna glücklich und mit einer neu gewonnen Portion Selbstvertrauen nachhause.
Bertram & Schulmeyer erzählen ihre Geschichte über Mut und Selbstvertrauen herrlich witzig, locker und vor allem altersgerecht. Es ist ihre erste Mädchen-Reihe, die sie mit "Frieda Kratzbürste" gestartet haben und sie haben es großartig gemacht. Anna ist ein liebes, schüchternes Mädchen, das die Leserinnen sofort ins Herz schließen. Auch Kratzbürste Frieda mag man sofort, wenngleich ihre manchmal aufdringlich, freche Art schon nervig sein kann. Doch diesen Gegenpol braucht Anna und so freundet man sich auch mit dieser Figur schnell an.
Die Geschichte ist fesselnd geschrieben. Einmal angefangen, liest man mit Begeisterung weiter. Dazu tragen aber auch das große und lockere Schriftbild sowie die zahlreichen bunten Illustrationen ihren Teil bei. Im typischen Zeichenstil des Autorenduos präsentieren sich die Bilder. Schräg, bunt und lustig. Sie passen wunderbar zur Handlung und runden diese gekonnt ab.

"Frieda Kratzbürste und ich" ist ein tolles Buch für junge Leserinnen. Mit ihm bringt das Autorengespann Bertram & Schulmeyer ein starkes Mädchenbuch auf den Markt und zeigt zudem, dass sie nicht nur für Jungs witzige Geschichten schreiben können. "Frieda Kratzbürste" macht Spaß, unterhält und ist eine total coole, wenngleich manchmal starrköpfige Freundin.

Details

Bewertung

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