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Michaela Holzinger: "Ich habe mir mit Poppy einen großen Traum erfüllt."

von Janett Cernohuby | 29. September 2017

Ein idyllischer Eichenwald, in dem irgendwo ein kleines Haus steht, das an einen übergroßen Vanillemuffin erinnert. Darin wohnt Poppy Poppington, ein Mädchen das mit Tieren sprechen kann. Das ist das Setting von Michaela Holzingers neuem Kinderbuch, welches vor kurzem erschienen ist. Es erzählt von Freundschaft, Tierliebe, großen Geheimnissen und einer besonderen Magie. Es ist ein besonderes Buch, wie uns die Autorin bei einem Treffen im Café Prückel verrät.

Michaela Holzinger im Interview

Janett Cernohuby
Vor fünf Jahren haben wir zum letzten Mal ein Interview geführt, damals zu deinem ersten Jugendroman "Funkensommer". Jetzt ist ein Kinderbuch erschienen, "Poppy Poppington: Tiersprechstunde im Muffinhaus". Erzählst du uns etwas darüber?

Michaela Holzinger
"Poppy Poppington" ist eines meiner Herzensbücher. Poppy erlebt etwas, von dem ich schon als Kind träumte. Ich bin ein ganz großer Tierfreund und auf dem Land aufgewachsen. Unser Bauernhof lag abseits und es gab bis auf meine ältere Schwester keine Kinder zum Spielen. Kinder tauchen dann oft in Fantasiewelten ein und ich habe mir vorgestellt, dass die Tiere mit mir gesprochen haben. Bis heute spreche ich mit ihnen und habe das Gefühl, dass sie mich verstehen. Also habe ich mir selbst eine Freude gemacht und ein Buch geschrieben, das mir unglaublich viel Spaß macht, zu einem Thema, das mir noch viel mehr Spaß macht.

Poppy erlebt somit genau das, was ich mir immer gewünscht habe. Sie hat eine besondere Gabe, die sie im ersten Band entdeckt. Das ist das Tolle an diesem Buch. Sie besitzt diese Gabe nicht sofort, sondern entdeckt sie gemeinsam mit dem Leser. Damit dieser auch nachvollziehen kann, warum das alles so ist. Darf man verraten, welche Gabe Poppy hat?? Na gut, ich verrate es. Poppy erkennt plötzlich, dass sie mit Tieren sprechen kann. Ich habe die Thematik auch auch etwas zauberhaft aufgebaut, denn es gibt mehrere Gaben rund um Tiere. Ihre beste Freundin Nelly hat zum Beispiel einen Felldaumen. Sofern es einen zweiten Band geben wird, wird da noch ganz, ganz viel Magisches und Zauberhaftes um Tiere hinzukommen. Es wird also nicht die einzige Gabe sein, die Poppy besitzt. Der aufmerksame Leser könnte es sich vielleicht schon denken, denn ich habe es bereits etwas angedeutet.

Janett Cernohuby
Der hoffentlich kommt, denn ich möchte das Geheimnis um den Luchs gelüftet haben.

Michaela Holzinger
Ja, der Luchs hat natürlich eine tragende Rolle in der Schlüsselszene des zweiten Bandes.

Janett Cernohuby
Erwartet uns hier eine Kinderbuchreihe?

Michaela Holzinger
Die Geschichte ist so ausgelegt.

Janett Cernohuby
Wann wird der zweite Band erscheinen?

Michaela Holzinger
Das ist noch nicht ganz fix, aber wenn, dann vermutlich nächstes Jahr im Sommer. Und ich hoffe natürlich sehr, dass es noch viele weitere Bände mit Poppy geben wird, denn ich muss gestehen, ich würde auch gerne eine Oma haben, die in einem Muffinhaus lebt, mit einer Freundin aus dem Nachbarhaus, das ein Bauernhof ist.

Janett Cernohuby
Ist es ein sehr persönliches Buch?

Michaela Holzinger
Auf alle Fälle. Das hat so ein Wohlfühlsetting. Es liest sich nicht nur flott, sondern es schreibt sich auch unheimlich vergnüglich.

Janett Cernohuby
Was macht Poppy Poppington so besonders?

Michaela Holzinger
Was Poppy auf alle Fälle besonders macht, ist ihre Gabe mit Tieren sprechen zu können. Obendrein ist sie ein mutiges, warmherziges Mädchen. Diese Kombination schätzen die Tiere an ihr. Das geht soweit, dass sie im Buch einen kleinen Verehrer namens Grinsemaul bekommt. Dieser sorgt für lustige Wortwechsel. Schließlich hockt er am liebsten in der Kapuze von Poppys Pullover.

Janett Cernohuby
Poppy kann mit Tieren sprechen. Ist das eine Anlehnung an Dr. Dolittle?

Michaela Holzinger
Nein, gar nicht. An Dr. Doolittle habe ich nicht gedacht. Aber ich finde es immer sehr witzig, wenn Tiere sprechen können. Ich habe einen sehr kindlichen Humor.

Janett Cernohuby
Welche Botschaften möchtest du Kindern mit diesem Buch mit auf den Weg geben?

Michaela Holzinger
Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe beim Schreiben selten eine Botschaft im Kopf. Ich habe eine Idee im Kopf und dann merke ich, diese Idee ist stark genug, um darüber nachzudenken, ob sie vielleicht ein Buch wird. Dann geht es schnell, dass plötzlich eine Figur herantritt, die ein Problem oder eine Gabe hat oder etwas Besonderes erlebt. Diese Figur ist immer so stark, dass sie fast lebendig wird und ich dann eigentlich nur der Geschichtenerzähler im Hintergrund bin, der alles aufschreibt.
Ich finde es immer schön, wenn sich die Leser selbst eine Botschaft aus Büchern suchen. Ich finde es nicht so schön, wenn man es so anlegt und sagt, das möchte ich gerne vermitteln. Der Leser sollte Platz haben, um zwischen den Zeilen lesen zu können. Es ist ganz wichtig, als Autor dem Leser die Freiheit zu lassen, das Buch zu mögen oder nicht zu mögen.
Meine Botschaft ist also, einfach Freude beim Lesen von Poppy zu haben. Es ist ein Buch, in das man sich mit Freude reinfallen lassen und es genießen kann, mit ihr auf Abenteuerreise zu gehen.

Janett Cernohuby
Die Geschichte spielt in England. Wie kam es dazu?

Michaela Holzinger
Das hat zweierlei Gründe. Der Name Poppy Poppington klingt ja schon sehr international. Da konnte ich sie schlecht in Österreich spielen lassen. Es ist auch so, dass ich doch eine sehr Österreich-geprägte Autorin bin. Ich habe einige Bücher geschrieben: "Laurenz und der Stein der Wahrheit" der in Gmunden spielt, oder "Funkensommer", wo man eindeutig einen Bezug zur österreichischen Landwirtschaft erkennen kann. "Kalt bläst der Wind" kann man in einem österreichischen Walddorf ansiedeln. Ich werde somit stark mit Österreich zusammengebracht und da ist es schön, wenn man sich auch einmal anders präsentiert

Und zweitens, weil ich ein absoluter Englandfan bin. Südengland - das war sehr spannend. Ich hatte immer ein Dorf im Kopf, bin im echten England aber nicht fündig geworden. Ich dachte mir, es ist egal, ich mach mir das jetzt so schön wie ich es haben möchte. Und dann bin ich wirklich - aber nicht in Cornwall sondern in Devon - auf ein Dorf gestoßen, das genauso ausgesehen hat, wie ich mir das überlegt habe. Das war dann ein Omen. Ich habe gewusst, ich bin auf der richtigen Fährte.

Janett Cernohuby
Du hast mittlerweile über 20 Bücher geschrieben. Wie bist du ursprünglich zum Schreiben gekommen?

Michaela Holzinger
Das ist eine schwierige Frage, aber ich kann mich an eine Szene aus meiner Kindheit erinnern. Ich war drei/vier Jahre alt und habe immer wenn Mama gekocht hat, daneben gesessen und mit den Finger tippend gespielt. Mama hat mich eines Tages gefragt, was ich da mache und ich habe geantwortet "Schreiben". Mama fragte "Und was schreibst du da?" - "Weiß ich nicht."
Das Faszinierende daran ist, dass ich in diesem Alter noch nicht gewusst habe, was eine Schreibmaschine ist. Aber es zeigt, warum ich schreibe: Es ist einfach in mir drin.

Janett Cernohuby
Du schreibst sehr unterschiedliche Geschichten für unterschiedliche Altersgruppen. Wie wichtig ist es dir, so vielseitig zu sein?

Michaela Holzinger
Sehr wichtig. Man kennt doch das Gefühl, wenn man von einem Autor sehr viel liest. Man weiß dann genau, was im nächsten Buch vorkommen wird. Manche Autoren gehen auf Nummer sicher und machen mit dem weiter, mit dem sie erfolgreich sind. Vermutlich macht es ihnen Spaß, das zu machen, was sie besonders gut können.
Bei mir ist es anders. Ich habe nicht das Gefühl, das ich schon angekommen bin. Ich habe jetzt erst, nach 25 Büchern, das Gefühl, dass sich langsam ein Schreibstil bei mir entwickelt, den ich selbst erkenne. Ich erkenne meine Stärken und Schwächen und probiere weiter aus. So wachse ich mit jedem Buch, mit jeder neuen Herausforderung..
Ein weiterer Vorteil ist natürlich, dass ich auf Lesereisen eine ganze Altersgruppe abdecken kann. Ich lese manchmal an einem Ort zuerst im Kindergarten, dann gehe ich in die Volksschule und danach in die NMS oder ins Gymnasium. Diese Freiheit zu haben, darauf will ich nicht verzichten.

Janett Cernohuby
Wie wichtig sind dir diese Lesereisen?

Michaela Holzinger
Lesereisen sind ganz, ganz toll. Man bekommt Feedback, ist nah an der Leserschaft dran und merkt, was funktioniert und was nicht. Obendrein kann man viel im Bereich Leseförderung schaffen. Wenn ich da vorne stehe, lebe ich die Geschichte. Ich erzähle sie nicht nur, sondern nehme meine Zuhörer mit. Man muss Kindern nur diese Tür aufmachen. Wenn sie offen ist, die Kinder mit dir hindurchgegangen sind, dann fangen sie selbst an, ihre eigene Fantasie zu entdecken oder sich auf Dinge einzulassen, die ihnen gar nicht so geläufig sind. Aber sie setzen sich dennoch damit auseinander. Da steckt also viel mehr dahinter, als Leseförderung. Damit Lesungen so inspirierend bleiben, ist es wichtig, nicht in Routine zu fallen. Daher mache ich auch nicht das ganze Jahr über Lesereisen, sondern versuche einen Rhythmus einzuhalten, der aus Lesen/Schreiben/Leben besteht. Eine gute Mischung, wie ich finde.

Janett Cernohuby
Hast du schon einmal aus einer Lesung Ideen für neue Geschichten mitgenommen?

Michaela Holzinger
Ja. Bei "Drachen küsst man nicht" wurde ich gefragt, wie es weitergehen könnte. Ich habe geantwortet, dass ich schon eine Idee hätte, die heißt "Drachen kocht man nicht" und da ginge es ums Kochen. Ein Junge erwiderte darauf: "Und ich weiß schon, wo das spielt. Auf der Burg Gugelhupf". Das war so schön, ich habe gefragt, ob ich das nehmen darf.

Janett Cernohuby
Welche Altersgruppe liegt dir besser? Erstleser oder Jugendliche? Oder gibt es keinen Unterschied?

Michaela Holzinger
Beim Schreiben - alle Altersgruppen. Es kommt immer auf das Thema und auf die Figur an, was die zu erzählen hat. Deshalb ist jeder Anfang gleichermaßen inspirierend.
Bei Lesungen merke ich jedoch eine Tendenz. Mir macht es absolut Spaß, vor Kindern zu lesen, die sich in eine Geschichte hineinfallen lassen können. Das beginnt meist mit neun/zehn Jahren. Deswegen mag ich es auch, wenn die dann mal sagen, "Lesen ist ein Scheiß", das lasse ich gerne so stehen, weil es mir Freude macht, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Es kommt nicht selten vor, dass ein Kind oder ein Jugendlicher nach einer Lesung doch zu meinem Buch greift und es zu Ende liest, obwohl Lesen eigentlich naja ist.

Janett Cernohuby
Gibt es ein Thema, über das du immer mal schreiben wolltest, aber es noch nicht getan hast?

Michaela Holzinger
Ich würde wirklich gern mal so ein richtiges Pferdebuch schreiben. Mit der ganzen Pferdesehnsucht, egal ob es realistisch ist oder nicht. Beim Reiten ist so viel Sehnsucht dabei. Ansonsten habe ich mir mit der Poppy schon einen ganz großen Traum erfüllt. Ich hoffe, dass der Traum noch weitergehen wird.

Janett Cernohuby
Was ist deiner Meinung nach am wichtigsten, wenn man Geschichten für Kinder schreibt? Wie kann man Kinder erreichen?

Michaela Holzinger
Ich glaube, am allerwichtigsten sind die Figuren und wie sie zueinander stehen. Dass man sich beim Lesen ein Stück weit selbst wiederentdeckt, sich denkt, ja, dem geht’s so wie mir. Wenn man den Leser abholt, er sich ein Stückweit mit der Figur identifizieren kann, selbst wenn er es nicht bewusst erkennt, dann hat man den Leser auf seiner Seite. Das gilt aber für alle Bücher.

Janett Cernohuby
Du hast verschiedene Erstlesebücher für Kinder geschrieben, die den Einstieg in die Welt des Lesens erleichtern sollen. Wann sollte deiner Meinung nach Leseförderung idealerweise beginnen?

Michaela Holzinger
Ich will ganz ehrlich sein, entweder lebt man das oder man lebt es nicht. Man kann einem Elternteil, der Lesen hasst, nicht vorschlagen, seinem Kind schon im frühesten Stadium vorzulesen. Wenn jemand das nicht geben kann, dann muss man das hinnehmen. Es muss nicht jeder Mensch auf dieser Welt gerne lesen. Das ist, glaube ich, der falsche Plan.
Aber was man schon zu bedenken geben sollte: Lesen schadet einem nicht. Je besser man Lesen kann, desto leichter tut man sich in vielen Belangen.
Was aber wichtig wäre, das die Seele wärmt, ist aber genau das Vorlesen. Vorlesen tut jedem gut, sogar im Erwachsenenalter. Wenn einem Kind vorgelesen wird, legt es sehr früh einen großen Wortschatz an. Außerdem ist ihm das Buch als Medium an sich nicht fremd. Und es lernt etwas, das ganz wichtig ist in unserer Gesellschaft: Es lernt zuzuhören. Das ist meiner Meinung nach der erste und wohl wichtigste Schritt zur Leseförderung. Da aber nicht jedem Kind regelmäßig vorgelesen wird, ist es notwenig, die Kinder in der Schule ein Stück weit zum Lesen zu zwingen. Das klappt gut mit Belohnungen, wie Lesepässe, ich kenne auch Bücherwürmer, die mit jedem Buch wachsen - manche sogar bis hinaus in den Schulhof. Wichtig dabei ist, dass man dem Kind dann auch ein bisschen Zeit schenkt, um es für seine Leistung zu loben bzw, mit dem Kind ein Spur in das Gelesene eintaucht. Austausch darüber kann nämlich ebenfalls lesefördernd wirken.

Michaela Holzinger im Interview
Michaela Holzinger im Interview
Michaela Holzinger im Interview
Michaela Holzinger im Interview

Janett Cernohuby
Es heißt immer wieder, Kinder lesen heutzutage weniger. Kannst du das so unterschreiben?

Michaela Holzinger
Ich glaube wir haben ein großes Problem in unserer Gesellschaft: Wir lesen nicht aus Genusszwecken.
Wir lesen sehr viel und wir hören sehr viel. Schon am Morgen läuft zuhause oder im Schulbus das Radio. Dann sind alle Straßen überfüllt von Plakaten. Wir werden zugemüllt von Wörtern und daher haben wir gar nicht das Verlangen danach, etwas hören zu wollen. Oder zuhören zu wollen. Ich glaube, das ist auch bei Kindern extrem. Ich glaube, wir haben zu viel „des Guten“. Das Genusslesen verschwindet dadurch immer mehr. Wenn man einem Teenager zuschaut, wie viel der auf WhatsApp, Instagram und Facebook liest, da verschlingt er in Summe innerhalb von zwei Wochen wohl so manchen Schmöker. Aber das ist nicht dieses sich bewusste Hineinfallenlassen in eine Geschichte. Ich glaube, dass das verschwindet.
Wenn ich zurückdenke an meine Kindheit, wir hatten zwei Fernsehprogramme. Auf ORF1 haben wir abends Zeit im Bild schauen müssen und auf ORF2 waren diese faden Schnulzen. Total uninteressant. Was macht man? Man greift zu einem Buch. Wir haben auch viel Kassette gehört. Würden Kinder jetzt genauso aufwachsen, würden Bücher einen anderen Stellenwert haben. Bücher würden, wie bei uns einst, ein Türöffner in abenteuerliche Welten sein. Heutzutage ist das ja das Internet.

Janett Cernohuby
Welche Kinderbücher beziehungsweise Hörspiele haben dich als Kind begleitet?

Michaela Holzinger
Also die Hörspiele, das kann ich auf alle Fälle beantworten. Das waren "Tao Tao", "Puschel das Eichhorn" und zwei Kassetten mit Grimms Märchen. Ansonsten hatte ich nicht viele Bücher.
Was ich mit acht Jahren – aus Büchermangel – gelesen habe, – das war die Bibel. Und ein Lexikon. Ich habe bei A angefangen und irgendwann war ich bei Z.
Ansonsten natürlich Pippi Langstrumpf und andere Kinderbuchklassiker. Aber die kamen erst später. Lise Gast hat mich eine Zeitlang begleitet.
Und im jungen Erwachsenenalter Harry Potter.

Janett Cernohuby
Der kommt ja auch in Poppy Poppington vor.

Michaela Holzinger
Indirekt, und zwar als Pony Parry. Es ist als Huldigung an J.K.Rowling zu verstehen. Ich habe lange gebraucht, um zu begreifen, dass jeder schreiben kann. Auch, wenn man nicht Literatur oder Germanistik studiert hat, was im Grunde genommen überhaupt nichts mit Schreiben zu tun hat. Dann ist Harry Potter herausgekommen. Das war auch die Zeit, in der Autoren durch das Internet plötzlich ins Rampenlicht gerückt wurden. Man hat viel über J. K. Rowling lesen können, unter anderem, dass sie lang fürs Schreiben von Harry gebraucht, und dass sie im Vorfeld viele Verlagsabsagen bekommen hat. Das hat mir Mut gemacht. Daraufhin habe ich mir gedacht: Ich probiere es endlich auch.. Und ich habe es probiert. Jahrelang. Irgendwann hat es dann doch funktioniert.

Janett Cernohuby
Gibt es unter all deinen Werken eines, das dir besonders ans Herz gewachsen ist?

Michaela Holzinger
Grundsätzlich sind mir alle meine Bücher ans Herz gewachsen, denn ein Buch sollte man nur dann schreiben, wenn man zu 100% davon überzeugt ist. Ganz persönlich ist natürlich "Funkensommer". "Die goldene Weihnachtsfeder" - die habe ich wirklich nur für meine Kinder geschrieben. "Poppy Poppington" ist derzeit mein Favorit, weil da mein Herzenswunsch drinnen steckt. Sehr stolz bin ich auf "Kalt bläst der Wind". Da ist mir die Malena, die Protagonistin, sehr nahe gekommen, obwohl mir das Thema so fremd war.
"Abschied von Anna" ist mir wichtig … und wenn ich jetzt so überlege, dann alle anderen auch. Ich könnte zu jedem meiner Bücher etwas Besonderes erzählen.

Janett Cernohuby
Was sind deine nächsten Pläne und Projekte?

Michaela Holzinger
Ich sitze eigentlich in den Startlöchern für Poppy II. Aber da muss ich noch abwarten.
Ansonsten wird es ein Jugendbuch werden. Ich habe die Liebe zu den Jugendbüchern entdeckt. Man kann sich tiefer in das Geschehen fallen lassen, der Plot ist vielschichtiger. Wer weiß, wohin es mich noch verschlägt. Ich bin da offen.

Janett Cernohuby
Dann gibt es in ein paar Jahren einen Roman für Erwachsene?

Michaela Holzinger
In der Tat liebäugle ich damit und es sind auch schon Pläne da.

Janett Cernohuby
Dann wünsche ich dir zunächst einmal viel Erfolg für Poppy Poppington - natürlich besonders für einen Fortsetzung der Reihe. Ich sage Dankeschön, dass du nach Wien gekommen bist und dir die Zeit für dieses Interview genommen hast.

Michaela Holzinger
Auch dir ein großes Dankeschön, es war ein sehr nettes Gespräch!

Michaela Holzinger im Interview
Michaela Holzinger im Interview
Michaela Holzinger im Interview
Michaela Holzinger im Interview

Fotos von Michael Seirer Photography
Michaela Holzinger: "Ich habe mir mit Poppy einen großen Traum erfüllt."